Pflege – Wartung – Aufbereitung
Rotierende Dentalinstrumente
Desinfektion - Reinigung - Sterilisation
 
Rotierende Dentalinstrumente stellen schon infolge ihrer Vielzahl einen erheblichen Wert dar. Die fehlerhafte Aufbereitung kann zu spürbaren Wertverlusten, eingeschränkter Funktion oder gar völliger Zerstörung der Instrumente führen. Die vorliegende Anleitung soll zur sachgerechten Aufbereitung und zur Erhaltung von Wert und Funktion rotierender Instrumente beitragen.
 

Ziele der regelmässigen Pflege, Wartung und Aufbereitung

 
Zuverlässige Absicherung der zahnärztlichen Präparation.
Vermeidung der Übertragung der Krankheitserregern.
Wirtschaftlicher Vollnutzen durch Sicherung der Einsatzfähigkeit.
Vermeidung vorzeitiger Unbrauchbarkeit.
 

"Hygienische Grundregel"

 

Alle Instrumente sind nach der Behandlung kontaminiert. Unmittelbar nach dem zahnärztlichen Einsatz sind

1. Desinfektion
2. Reinigung / Rostschutz
durchzuführen. Anschliessend folgen
3. Sterilisation
4. Lagerung

 

Diese Grundregel setzt Sachverständnis und Verantwortungsbewusstsein voraus; ihre Einhaltung trägt zur Prophylaxe bei. Das aufmerksame Studium der nachstehenden Ausführungen ist daher für die tägliche Praxis nützlich.

 
Massnahmen

Rotierende Dentalinstrumente sind separat und vorzugsweise in speziell vorgesehenen Ständern und Behältern aufzubewahren. Der Instrumentenaufbereitung sind sie gesondert zuzuführen.

Für Desinfektion und Reinigung sind ausschliesslich speziell geeignete Mittel zu verwenden, die überwiegend noch ergänzt mit rostschützender Wirkung als Kombinationsmedien angeboten werden.

Die Anwendungshinweise (Herstellerangaben) der Desinfektions- und Reinigungsmittel sind genau zu beachten insbesondere hinsichtlich der Anwendungsbestimmung sowie der Gebrauchskonzentration, Einwirkungsdauer und Werkstoffverträglichkeit.

Desinfektions- und Reinigungslösungen wegen Verdunstung des beigemischten Wassers und zu hoher Schmutzbelastung nur kurzzeitig verwenden - täglich frisch ansetzten.

Die Lösungen sollten nicht über Raumtemperatur erwärmt werden. Ungeeignete Lösungen und Falschanwendungen können die Instrumente angreifen und sogar völlig zerstören. Ein einlegen über Nacht oder gar über das Wochenende ist zu unterlassen.

Die Instrumente müssen vollständig von der Lösung bedeckt sein. Die Tauchbäder dürfen deshalb nicht überladen werden. Gilt auch für die Behandlung im Ultraschallbad.

Ordnungsgemäss desinfizierte und gereinigte Instrumente müssen makroskopisch (mit dem Auge noch erkennbar) sauber sein, also frei von Schleifstaub, Blut, Speichel, Inkrustierungen und anderen Verschmutzungen.

Hartnäckige Verschmutzungen und Verkrustungen sind ggf. mechanisch zu lösen (nach vorheriger Desinfektion!), am besten mittels spezieller Reinigungsbürstchen; für Diamantinstrumente, keramische Schleifer und elastische Polierer sind die speziellen Dendia – Reinigungssteine hervorragend geeignet.

Fabrikneue Instrumente sind vor dem ersten Einsatz und vor der ersten Sterilisation zu desinfizieren und zu reinigen – unter Berücksichtigung der beschriebenen Kriterien.

Für die kombinierte Desinfektion und Reinigung im Ultraschallbad gibt es spezielle Mittel, die eine optimale Behandlung gewährleisten.

Zur Vermeidung der Kontaktschädigung untereinander (z.B. durch scharfe Schneiden, Diamantkörner etc.) sind rotierende Instrumente bei der Ultraschallbehandlung getrennt nach Instrumentenarten einzulegen, also nur Stahlinstrumente, nur Hartmetallinstrumente, nur Diamantinstrumente, etc.

Rotierende Dentalinstrumente, auch aus rostfreiem Stahl, sind für die maschinelle Aufbereitung, also die thermische Desinfektion in entsprechenden Reinigungsautomaten, nur bedingt geeignet. Die Aufbereitung im Tauch- oder Ultraschallbad ist vorzuziehen. Gilt auch für Wurzelkanalinstrumente.

Wird dennoch maschinell aufbereitet, müssen die Instrumente, damit sie schnell trocknen, sofort nach Beendigung des Spülprogramms den Maschinen entnommen werden. Sonst besteht Korrosionsgefahr. Die Instrumente nicht über längere Zeit und keinesfalls über Nacht in der Maschine lassen.

Für die maschinelle Aufbereitung sind allenfalls rostfreie Instrumente geeignet; bei Dendia auf dem Schaft "RF" (ältere Ausführungen mit "RS") gekennzeichnet. Diamantinstrumente und keramische Schleifer von Dendia sind grundsätzlich rostfrei und daher nicht markiert.

Wasserflecken und Anlauffarben sind keine Korrosion. – Wasserflecken weisen in der Regel scharf begrenzte Ränder auf und entstehen z.B. bei ungenügender Trocknung. – Anlauffarben sind Oberflächenverfärbungen ohne deutlich begrenzte Ränder. Sie entstehen u.a. durch im Wasser (auch im Sterilisierdampf) enthaltende Schwermetallionen und / oder Silikate. Temperatur über 453 K (180°C) führen ebenfalls zu Anlauffarben.

Um eine Enthärtung zu vermeiden, dürfen rotierende Instrumente niemals über 453 K (180°C) erhitzt werden (besonders wichtig bei der Heissluftsterilisation).

Beim Einsatz von Heissluftsterilisatioren muss darauf geachtet werden, dass das Gerät richtig beladen und entsprechend der Herstellerangaben richtig bedient wird. Die Solltemperatur von 180°C darf nicht überschritten werden. Nur so sind Nachteile für die Instrumente zu vermeiden. Eine Überschreitung der Solltemperatur führt zu einer Abnahme der Härte; die Instrumente werden dadurch schneller stumpf, sie verlieren ihren Gebrauchswert.

Rotierende Dentalinstrumente (insbesondere aus Stahl) stets gegen Korrosion schützen.

Hartmetallinstrumente dürfen nicht mit Wasserstoffsoperoxid in Berührung kommen.

Gebrauchte Instrumente ablegen, nicht abwerfen.

Die Lagerung hat grundsätzlich trocken und staubgeschützt zu erfolgen, um jegliche Beeinträchtigung, insbesondere Korrosion zu vermeiden. Auch sollen am Lagerort keine extremen Temperaturschwankungen (z.B. Heizungsnähe) auftreten.

Auf keinen Fall dürfen Instrumente zusammen mit Chemikalien gelagert werden. Ansonsten können erhebliche Korrosionen auftreten.

Hebeln, Verkanten, Verklemmen, Überbeanspruchungen und auch plötzliche Drehzahlveränderungen grundsätzlich vermeiden.

Die Anwendungsempfehlungen der Hersteller insbesondere hinsichtlich der Anpresskräfte, der Richtdrehzahlen min-1 (UpM) und der Einsatzbereiche beachten.

Die Schärfe (Verzahnungen, Körnungen), die Rundlaufgenauigkeit und den Allgemeinzustand der Instrumente regelmässig, am besten nach jeder Anwendung kontrollieren.

Stumpfe, verbogene, beschädigte oder korrodierte Instrumente sind unbrauchbar und dürfen nicht mehr eingesetzt werden. Ggf. zur genauen Überprüfung und eventuellen Instandsetzungen an den Hersteller schicken.

Die Instrumentenvorräte regelmässig überprüfen – Nachbestellungen rechtzeitig veranlassen, um Vorratslücken zu vermeiden.
 
 
Rotierende Dentalinstrumente aus Stahl:
Dampfsterilisation richtig gemacht (Autoklavieren)
 

Sterile Instrumente schützen den Patienten!
Sterilität ist kein Ersatz für Sauberkeit!

 

Die volle Funktionsfähigkeit des Autoklaven muss gesichert sein. Um Nachteile zu vermeiden, sind die Bedienungsanleitungen der Hersteller genau zu beachten.

 

Vorgehensweise

 
  1. Nach dem zahnärztlichen Einsatz wie zuvor beschrieben desinfizieren und reinigen.
  2. Kurzzeitig und gründlich spülen. Die Spülung ist mit klarem Wasser (mindestens Trinkwasserqualität) durchzuführen; optimal: vollentsalztes Wasser.
  3. Sofort anschliessend intensiv und vollständig trocknen. Die Trocknung mittels Druckluftpistole ist besonders schonend und wirksam. Bei sorgfältiger Anwendung sind saugfähige, weiche Textil- und Papiertücher ebenfalls gut geeignet, flusenfreie Tücher verwenden.
  4. Wieder sofort anschliessend: in Sterilisierfolie erst Luft herausdrücken – versiegeln.
  5. In den Autoklaven mit der Folie nach oben einlegen. Optimal: Senkrechtes Einstellen.
  6. Mit 407 K (134°C – 3 bar) sterilisieren, nicht länger als 20 Minuten, max. 30 Minuten einschliesslich Anheizzeit.
  7. Nach dem Sterilisationsvorgang das Gerät bald öffnen, um ein feuchtes Klima (Rostgefahr) zu vermeiden. Ggf. das Druckschnellablassventil betätigen.
  8. Nicht vor Rückkühlung auf mindestens 353 K (80°C) entnehmen. Bei Geräten ohne Nachtrocknung (Trocknungsautomatik) muss die Tür nach Programmende einen Spalt breit geöffnet werden, um eine einwandfreie Trocknung der Instrumente zu gewährleisten. Entnahme am besten sofort nach der Abkühlung.
  9. Sterile Aufbewahrung bis zum erneuten Einsatz in der ungeöffneten Folie. Die Wiederverwendung muss innerhalb sechs Wochen erfolgen, anderenfalls ist der Sterilisationsvorgang zu wiederholen.
  10. Sterile und nicht sterile Instrumente dürfen auf keinen Fall zusammen aufbewahrt oder gelagert werden. (Verwechslungsgefahr!)
 

Doppelter Schutz durch RS Spray

 

Instrumente vor der Folienversiegelung gründlich einsprühen, sie sind dann besonders gesichert und lange lagerfähig. Das RS Spray ist auch ohne Folie wirksam, muss dann besonders sorgfältig und lückenlos aufgetragen werden.

 

Allgemeine Hinweise

 

Die Form der Sterilisierkammer sollte vorzugsweise rund sein, damit der zu Wasser kondensierende Dampf seitlich ablaufen kann. Bei rechteckigen Behälter tropft das Wasser auf das Sterilisiergut Folge: Rost oder Fleckenbildung.

 

Sofern die Instrumente unmittelbar nach dem Sterilisieren erneut eingesetzt werden sollen, kann die Verwendung der Sterilisierfolie entfallen. Jedoch empfiehlt sich auch hier der Gebrauch eines RS Sprays. (RS = Rostschutz)

 

Vorzugsweise am Boden perforierte Trays verwenden, um einwandfreien Luftaustritt zu gewährleisten und um eventuelles Kondensat abzuleiten. Optimal: Die Trays mit einem saugfähigen Papiertuch unterlegen. Stehen nur geschlossene Behälter zur Verfügung, ist das Sterilisiergut zu unterlegen.

 

Verunreinigungen wie Öl, Chemikalien, Metallspäne, Rost etc. führen zu Verschmutzungen und / oder Folgeschäden an den Instrumenten und zu Funktionsbeeinträchtigungen am Autoklaven. Daher ist regelmässig das Wasser zu wechseln und das Gerät zu reinigen (Vorschriften bzw. Gebrauchsanleitungen der Gerätehersteller beachten).

 

Fremdrost ist möglich. Er kann u.a. durch rosthaltiges Wasser oder durch daraus erzeugtem Dampf im Autoklaven entstehen. Hach dem Sterilisieren zeigt er sich als Korrosionsniederschlag auf der Innenwand der Sterilisierkammer, den Sterilisierfolien bzw. den Instrumentenoberflächen. Abhilfe kann nur durch Verwendung von vollentsalztem Wasser geschaffen werden.

 
Rückstände nicht ausreichend abgespülter Desinfektions- und Reinigungsmittel könne die Oberflächen der Instrumente verfärben (keine Korrosion). Bei höheren Temperaturen (Sterilisation) wird dieser Vorgang intensiviert. Gilt auch für ungenügend gereinigte Instrumente.